Kolumbien ist ein spanischsprachiges Land in Südamerika mit zwei Küsten, einer am Pazifik und einer an der Karibik. Die gesamte Nordküste ist karibisch geprägt und war dies schon immer, solange es dort Siedlungen auf dem Festland gibt.
Cartagena ist das Herzstück dieser Region. Die Spanier gründeten den ummauerten Hafen im Jahr 1533, und fast drei Jahrhunderte lang war er ihre wichtigste Schatzkammer in der Karibik, eine Rolle, die Portobelo in Panama innehatte. Die Altstadt steht noch immer hinter ihren Stadtmauern und beherbergt die größten spanischen Befestigungsanlagen Südamerikas.
Barranquilla ist die größte Stadt an der Küste. Sie ist die Heimat des Karnevals von Barranquilla, der von der UNESCO als Meisterwerk des Weltkulturerbes gelistet ist. Der Karneval verbindet afrikanische, indigene und europäische Traditionen zu einem der bedeutendsten Feste Amerikas.
Santa Marta, gegründet 1525, ist die älteste noch bestehende Stadt Kolumbiens. Hinter ihr erheben sich Berge direkt aus der karibischen Küste, die so hoch sind, dass sie schon von weit auf dem Meer aus zu sehen sind.
Die Küste hat ihren eigenen Klang. Cumbia und Champeta wurden hier geboren, afro-karibische Musikstile, die sich von der Küste aus im ganzen Land verbreiteten. Die Menschen an der Küste sind die Costeños, afro-karibisch in ihren Wurzeln und karibisch in ihrem täglichen Leben.
Kolumbiens Nordküste ist durch und durch karibisch. Sie teilt das Meer, die Inseln, das afrikanische Erbe und die koloniale Geschichte mit dem Rest dieser Küstenregion.
Video über das karibische Kolumbien

Kolumbiens karibische Inseln
Das überraschendste karibische Gebiet Kolumbiens liegt gar nicht an der Küste. Weit draußen im Meer, näher an Nicaragua als an Kolumbien, liegen die Inseln San Andrés und Providencia. Sie befinden sich etwa 750 km vom Festland entfernt und fühlen sich wie ein anderes Land an.
- San Andrés — die größte Insel Kolumbiens. Eine Koralleninsel mit weißen Stränden und das wichtigste Tor zum Archipel.
- Providencia — kleiner und ruhiger, das Herz der alten Inselkultur, umgeben von einem der größten Korallenriffe Amerikas.
- Die Rosario-Inseln — eine Gruppe von mehr als zwanzig kleinen Koralleninseln direkt vor Cartagena, ein Nationalpark mit Riffen und klarem Wasser.
Die Menschen auf San Andrés und Providencia sind die Raizal. Sie sind afro-karibisch und protestantisch, stammen von versklavten Afrikanern und jamaikanischen Siedlern ab und sprechen ein auf Englisch basierendes Kreol. Es ist dieselbe Kultur und fast dieselbe Sprache wie in Bluefields in Nicaragua, Limón in Costa Rica sowie Bocas del Toro und Colón in Panama. Die Karibik erstreckt sich über das gesamte Meer, und diese Inseln sind der Ort, an dem Kolumbien auf diese weitere karibische Welt trifft.