Venezuela ist ein spanischsprachiges Land in Südamerika mit einer langen Nordküste am Karibischen Meer. Die gesamte Küste ist karibisch geprägt, ebenso wie die zahlreichen vorgelagerten Inseln.
Die Küste bildete das Herz der spanischen Kolonialgebiete. Über Jahrhunderte hinweg war dies die spanische Karibikküste, die von Piraten heimgesucht wurde und an der Schatzflotten vorbeizogen – dasselbe koloniale Meer wie bei Cartagena in Kolumbien und Portobelo in Panama.
Maracaibo ist der bedeutende Hafen im Westen. Er liegt an einem See, der sich durch den Golf von Venezuela zur Karibik hin öffnet, und ist die Heimat der Gaita, einer Musikrichtung der Küste. La Guaira, unterhalb der Hauptstadt gelegen, ist seit der Kolonialzeit der wichtigste karibische Hafen des Landes.
Östlich der Hauptstadt liegt Barlovento, eine Region mit Gemeinschaften afrikanischer Abstammung. Ihr Trommelspiel, die Tambores, und das Fest von San Juan sind afro-karibisch und Teil desselben afrikanischen Erbes, das entlang dieser gesamten Küste verbreitet ist.
Die Nordküste Venezuelas ist somit durch und durch karibisch. Sie teilt sich das Meer, die Inseln, das afrikanische Erbe und die koloniale Geschichte mit dem Rest dieser Küstenregion.
Venezuelas karibische Inseln
Venezuela besitzt mehr karibische Inseln, als die meisten Menschen vermuten. Die große, bekannte Insel ist Margarita, die zusammen mit ihren kleinen Nachbarn Coche und Cubagua den Bundesstaat Nueva Esparta bildet, den einzigen Inselstaat des Landes. Alle anderen Inseln gehören zu einer separaten Gruppe, den sogenannten Federal Dependencies, die direkt von der Hauptstadt aus verwaltet werden. Es gibt etwa 600 davon, doch die meisten sind winzige, unbewohnte Felsen. Diese sind die nennenswerten Inseln:
- Los Roques — das berühmte Archipel. Ein Nationalpark aus Koralleninseln und Riffen, der dem Postkarten-Ideal der Karibik in Venezuela am nächsten kommt.
- La Tortuga — die größte der Federal Dependencies und nach Margarita die zweitgrößte Insel des Landes. Unbewohnt, mit Stränden, die als Nistplätze für Schildkröten dienen.
- Las Aves und La Orchila — Riffinseln im Osten, reich an Seevögeln und mit einigen der besten Korallenbestände des Landes.
- La Blanquilla und Los Testigos — kleine Inselgruppen im offenen Meer, bekannt für klares Wasser zum Tauchen.
- Los Monjes — kahle Felsen weit im Westen, nahe dem Golf von Venezuela.
- Isla de Aves — kaum als Insel zu bezeichnen, ein Sandfleck 700 km entfernt. Sie ist von Bedeutung, da sie Venezuelas Seerechte weit in die Karibik ausdehnt und bei Stürmen vollständig überflutet werden kann.
Video der Karibikküste in Venezuela


